Weimarer Forum für Erinnerungskultur


Jeweils um das symbolträchtige Datum des 9. November, dem „nationalen Gedenktag der Deutschen“, findet im Deutschen Nationaltheater das Weimarer Forum für Erinnerungskultur (WFE) statt, bei dem sich Zeitzeugen und Experten auf dem Podium begegnen, um mit dem Publikum über die Herausforderungen bei der Gestaltung einer demokratischen Gedenkkultur zu diskutieren.

Flankiert wird das Podium von einem Kolloquium im Congress Centrum Weimarhalle, bei dem Vertreterinnen und Vertreter von bundesdeutschen Institutionen, etwa aus Wissenschaft, Politik, Kunst, Kultur und den Medien an einem runden Tisch in den Austausch gebracht werden, um Strategien dafür zu entwickeln, die Geschichte zur Gestaltung der Gegenwart und Zukunft sinnvoll nutzbar zu machen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater und der Staatskapelle Weimar statt.

Eine ausführliche Berichterstattung finden Sie jeweils in unserem Bulletin.


5. Weimarer Forum für Erinnerungskultur, 12. November 2025

Podium: Migrationsgeschichte(n) in der Erinnerungskultur

In der Podiumsdiskussion „Migrationsgeschichte(n)“ im Deutschen Nationaltheater erinnerte Naika Foroutan: Erst Anfang der 2000er setzte sich bundespolitisch durch, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist – die Debatten dauern an. Moderiert von Liane von Billerbeck diskutierte Foroutan anschließend mit Natasha A. Kelly und dem Publikum über Nutzen und Grenzen von Kategorien wie „Migrant:innen“, die Vielfalt verdecken, zugleich aber Erfahrungen wie Vorurteile vergleichbar machen. Zur Sprache kamen stereotype Zuschreibungen, der Kampf zivilgesellschaftlicher Initiativen um Anerkennung und Ressourcen (Social Media/Crowdfunding) sowie die Forderung, Migrations- und Kolonialgeschichte in der Erinnerungskultur sichtbarer zu verankern, ohne NS- und DDR-Geschichte zu verdrängen.


5. Weimarer Forum für Erinnerungskultur

Kolloquium: Die Gestaltung der Erinnerungskultur als Aufgabe für die Zukunft – Teil 4

Im Kolloquium zur Zukunft der Erinnerungskultur ging es 2025 darum, Kolonial- und Migrationsgeschichte stärker zu verankern. Dirk van Laak ordnete die deutsche Kolonialgeschichte ein und verwies auf Nachwirkungen. Norbert Böhnke zeigte an Debatten um Straßennamen und Denkmäler, wie Kommunen nach Formen der Kontextualisierung suchen. Jochen Oltmer beschrieb Migrationsgeschichte als Analyse von Motiven, Strategien und Aushandlungen jenseits bloßer Zahlen. Viola Georgi betonte transnationale Erinnerungsformen und plädierte gegen ein „Nullsummenspiel“ konkurrierender Narrative. In der Schlussrunde standen unterschiedliche Zugänge von Zugewanderten sowie Schule, Museen und Medien als Lernorte im Fokus.


4. Weimarer Forum für Erinnerungskultur, 7. November 2024

Podium: Zeitenwende(n). Was können wir aus Umbrüchen in der Geschichte lernen?

Zum 4. Weimarer Forum für Erinnerungskultur, diesmal bereits zwei Tage vor dem historischen Jubiläum angesetzt, diskutierten im Deutschen Nationaltheater Weimar der Direktor des Europäischen Zentrums der Solidarność Gdańsk, Basil Kerski, und die damalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Katrin Göring-Eckardt über Zäsuren und Wendepunkte in der (Demokratie-)Geschichte. Sie tauschten sich aus über Chancen und Herausforderungen vergangener und gegenwärtiger historischer Umbrüche. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Liane von Billerbeck vom Deutschlandradio.

Fotos: Candy Welz


4. Weimarer Forum für Erinnerungskultur

Kolloquium: Die Gestaltung der Erinnerungskultur als Aufgabe für die Zukunft – Teil 3

Für den 7. November 2024 waren einmal mehr Vertreterinnen und Vertreter bundesdeutscher Forschungs- und Vermittlungseinrichtungen eingeladen worden, diesmal in den Tagungsraum im Anbau des Haus der Weimarer Republik. Moderiert vom „Gastgeber“ Stephan Zänker diskutierten sie die Stellung der Demokratiegeschichte als Teil deutscher Erinnerungskultur und die Zäsuren, denen beide in den letzten Jahrzehnten unterworfen waren. Diskussionsanstöße gaben die Referate von Martin Sabrow (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), Jörg Ganzenmüller (Stiftung Ettersberg/Universität Jena), Christian Jansen (Universität Trier) und Kai-Michael Sprenger (Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte). Nach regen Austausch in den Diskussionen boten die Pausen zusätzliche Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung des künftigen Vorgehens.

Fotos: Candy Welz


3. Weimarer Forum für Erinnerungskultur, 9. November 2023

Podium: Demokratischer Protest. Über das Streben nach Mitbestimmung und Veränderung

Anlässlich des 3. Weimarer Forums für Erinnerungskultur diskutierten im Deutschen Nationaltheater Weimar die ehemalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, Mariannne Birthler, und die Maidan-Aktivistin und Literaturwissenschaftlerin von der Universität Czernowitz Oxana Matiychuk über die unterschiedlichen Entwicklungen demokratischer Proteste in ihren Ländern. Moderiert wurde die Veranstaltung von Liane von Billerbeck vom Deutschlandradio.


3. Weimarer Forum für Erinnerungskultur

Kolloquium: Die Gestaltung der Erinnerungskultur als Aufgabe für die Zukunft – Teil 2

Am 10. November 2023 trafen sich abermals Vertreterinnen und Vertreter bundesdeutscher Institutionen im Congresscentrum Weimarhalle, um über die Gestaltung der Erinnerungskultur zu diskutieren und sich dabei zu vernetzen. Eingeleitet wurden die Panels mit Impulsvorträgen von
Dr. Oxana Matiychuk (Universität Czernowitz), Dr. Kai-Michael Sprenger (Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte), Dr. Andrea Häger (Bundesarchiv) und Dr. Anna Kaminsky (Stiftung Aufarbeitung). Moderiert wurde die Veranstaltung von Sebastian Haak.


2. Weimarer Forum für Erinnerungskultur, 9. November 2022

Podium: Schlussstrich-Debatten. Über die Notwendigkeit der Erinnerung an die Shoah


Anlässlich des 2. Weimarer Forums für Erinnerungskultur diskutierten die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Aleida Assmann und GEDG-Projektleiter Dr. Christian Faludi zum Thema „Schlussstrich-Debatten. Über die Notwendigkeit der Erinnerung an die Shoah“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Liane von Billerbeck vom Deutschlandradio. Die ebenfalls eingeladene Beate Klarsfeld sowie Prof. Dr. Reinhard Schramm von der Jüdischen Landesgemeinde waren kurzfristig verhindert.


2. Weimarer Forum für Erinnerungskultur, 10. November 2022

Kolloquium: Die Gestaltung der Erinnerungskultur als Aufgabe für die Zukunft

Flankiert wurde das Weimarer Forum für Erinnerungskultur im November 2022 erstmals durch ein Kolloquium, bei dem sich rund 40 Vertreterinnen und Vertreter bundesdeutscher Institutionen trafen, um über die Gestaltung der Erinnerungskultur zu diskutieren und sich untereinander besser zu vernetzen. Vorträge hielten Prof. Dr. Aleida Assmann (Universität Konstanz), Dr. Heiko Holste (Bundespräsidialamt), Prof. Dr. Jens-Christian Wagner (Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora) und Ulrike Lorenz (Klassik Stiftung Weimar).


1. Weimarer Forum für Erinnerungskultur, 9. November 2021

Podium: Der 9. November – die Deutschen und ihr ›Schicksalstag‹

Thema des Prologs zum Weimarer Forum für Erinnerungskultur war das „Schicksalsdatum 9. November“. Der Historiker Dr. Wolfgang Niess hielt die Ansprache. Für das anschließende Gespräch zwischen Podium und Publikum nahm neben ihm die Pädagogin Juliane Niklas vom Bayerischen Jugendring Platz. Die Zeitzeugin Éva Fahidi war durch Krankheit kurzfristig verhindert. Die Moderation hatte Liane von Billerbeck vom Deutschlandradio inne.

(Texte Christian Faludi)